Sprachreise nach Quebec

Arbeiten, Existensgründung, work and travel, Praktikum...

Sprachreise nach Quebec

Beitragvon Caro » So 11. Okt 2009, 16:56

Halli Hallo,

meine Tochter besucht das Gymnasium in der achten Klasse und hat seit vergangenem Jahr als zweite Fremdsprache Französisch gewählt. Jetzt ist meine kleine eigentlich einen ganz gute und auch fleißige Schülern, mit Französisch allerdings hat sie ihre Probleme. Im vergangenen Schuljahr stand sie im Halbjahreszeugnis auf einer fünf. Zwar kam sie dank Nachhilfe am Jahresende auf eine vier, aber da ist ja noch reichlich Luft nach oben. Die erste Klausur in diesem Schuljahr hat sie bereits wieder verhauen und Nachhilfe ist mal wieder angesagt.

Mein Mann und ich haben uns überlegt sie im Sommer an einer Mehrwöchigen Sprachreise teilnehmen zu lassen. Wir versprechen uns davon eine Verbesserung ihrer Französisch Kenntnisse. Natürlich wäre eine Sprachreise nach Frankreich das naheliegendste. Aber wir sind große Kanada Fans und haben uns gedacht man könnte sie ja auch auf eine Sprachreise in den französisch sprechenden Teil von Kanada schicken.

Jetzt sprechen weder mein Mann noch ich Französisch und wir haben uns gefragt, ob es überhaupt sinnvoll ist sie nach Kanada zu schicken. Ist das in Kanada gesprochene Französisch, dass selbe wie in Frankreich und das in der Schule gelernte? Schon mal Danke für eure Ratschläge

Liebe Grüße Caro
Caro
 
Beiträge: 3
Registriert: Fr 9. Okt 2009, 22:33

Re: Sprachreise nach Quebec

Beitragvon canadian » Mo 12. Okt 2009, 12:41

Liebe Caro

Momentan absolviere ich mein Maturajahr (letztes Jahr des Gymnasiums bzw Kantonsschule in der Schweiz) und auch ich hatte so meine Startschwierigkeiten im Französisch...
Allerdings konnte ich als Kanadafan nie nach Quebec gehen (finanziell unmöglich, und ich möchte sowieso in den englischsprachigen Raum! ;) ) und so musste ich mir hier in der Schweiz Nachhilfe suchen. Ich fand dann tatsächlich auch eine Muttersprachlerin (das Franz der Schweiz ist beinahe identisch mit dem Französischen...) und bald schon gingen meine Noten in die Höhe (bei uns ist 6 das beste).
Als ich einmal mit meiner Nachhilflehrerin über das Frankokanadische Französisch zu sprechen kam, lachte sie: Sie hat viel Kontakt mit Frankokanadiern und meinte, diese Sprache sei definitiv nicht Französisch!
Durch die vielen Amerikanischenglischen Einflüsse hat sich diese Sprache stark verändert.
Als ich erst kürzlich in den "Genuss" dieser Sprache kam, musste ich auch zugeben: Trotz meiner nun guten Französischkenntnisse habe ich beinahe nichts verstanden! Nicht nur die Frankokanadische Aussprache ist für viele Franzosen ein Gräuel...
Wenn deine Tochter also wirklich richtiges Französisch lernen soll, ist von einem Sprachaufenthalt in Quebec abzuraten...

Allerdings: Stell dir vor ein englischsprechender Kanadier kommt in die Schweiz für ein Sprachaufenthalt.
Hier möchte er Deutsch lernden... Der Unterricht wird in Hochdeutsch gehalten: Der Kanadier lernt also Hochdeutsch... Doch sobald er mit uns Schweizern in der Pause oder etwas unternehmen will versteht er kein Wort! Er muss also Hochdeutsch UND Schweizerdeutsch lernen. Dazu kommen die verschiedenen Dialekte...

So oder ähnlich wäre es wohl für deine Tochter.
Also sehr schwierig und kompliziert, vorallem dann, wenn sie die Sprache eigentlich nicht unbedingt mag und so schlechte Voraussetzungen hat...
Es bestünde aber auch die Möglichkeit, dass sie - wieder zurück in Deutschland - beides kann: Das "richtige" und das frankokanadische Französisch! Allerdings kann das nur dann erreicht werden, wenn der Aufenhalt lange ist, also ein Jahr! Vorher konnten Austausschüler bei und nur verwirrt aber nicht richtig unterrichtet werden!

Soweit meine Meinung und Erfahrung...
Aber entscheiden müsst natürlich ihr und auch eure Tochter! ;)

Ach ja: Ihr als Eltern mögt Kanada, die Tochter aber vielleicht nicht unbedingt im selben Masse wie ihr...
Wäre es nicht schöner, wenn sie schon Französisch könnte, wenn sie zum ersten Mal euer Traumland besucht, und so auch wirkich was vom Land mitbekommt, anstatt dass sie dort hin kommt, eine Sprache sprechen muss, die sie nicht mag und sich fast nicht zurechtfindet und dadurch vielleicht nicht den selben Eindruck und die selbe Faszination wie ihr gewinnen kann...

Auf jeden Fall wünsche ich ihr gute Noten und: Bloss nicht aufgeben! ;)

Herzlichst
Melanie Wigger
Meine Träme sind meine Ziele...
Benutzeravatar
canadian
 
Beiträge: 9
Registriert: Mo 12. Okt 2009, 08:49
Wohnort: Biberist - Schweiz

Re: Sprachreise nach Quebec

Beitragvon Sebi » So 18. Okt 2009, 16:29

Hallo Caro,

ich finde Melanies Vergleich mit Schuldeutsch und Schweitzer-deutsch eigentlich recht passend. Ich habe französisch sprechende Freunde aus Montreal, Kanada. Die haben mir erzählt, dass als sie durch Frankreich gereist sind, die "französischen Franzosen" gemein hätten das kanadische Französisch klingt wie das Französisch welches vor 150 Jahren in Frankreich gesprochen wurde. Ein Aufenthalt in Frankreich kann also sinnvoller sein um das Schulfranzösisch zu lernen. Allerdings weiß ich nicht welches Französisch in den Sprachschulen in Kanada unterrichtet wird. Da wissen andere bestimmt mehr dazu, vielleicht unterscheidet sich auch nur die Aussprache?

Außerdem denke ich geht es hauptsachlich darum eurer Tochter die Lust am französisch Sprechen zu vermitteln, da man in vier bis sechs Wochen soeieso keine Sprache lernen kann. Also warum nicht Kanada?

Viele Grüße
Sebi
Oh Kanada ...
Sebi
 
Beiträge: 60
Registriert: Mo 17. Aug 2009, 09:02


Zurück zu Arbeiten

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste