Riccis Buecher

Teilt Erfahrungen und informiert euch über Auswandern nach Kanada

Riccis Buecher

Beitragvon RicardaPeter » Mi 12. Mai 2010, 19:25

Hi ihr Lieben,


meine Name ist Ricarda Peter und ich wurde 1978 in Bernburg geboren. Meiner Familie gelang 1989 die Flucht aus der ehemaligen DDR und ich lebte bis zum Anfang meines Studiums 2003 in Goslar. Im September 2008 wanderte ich mit meinem Freund Manu nach Vancouver Canada aus und schrieb dort den Reisebericht "Vancouver - Das Chaos hat ein neues Zuhause" sowie den Reisebericht „Kanada – Das Chaos schlaegt wieder zu“. Momentan lebe ich mit meiner Familie auf der karibischen Insel Colon in Bocas Del Toro.


Mitte Mai erscheint mein zweites Buch "Kanada - Das Chaos schlägt wieder zu". Es erzählt vom alltäglichen Wahnsinn unseres Lebens in Kanada.

Nachdem die Lachmuskeln im ersten Teil (Vancouver - Das Chaos hat ein neues Zuhause) aufs Äußerste strapaziert wurden, ist Vorsicht im Umgang mit dem zweiten Teil geboten.


Eine Leseprobe:

Kapitel 1

„Erst wenn
der letzte Baum gerodet,
der letzte Fluss vergiftet,
der letzte Fisch gefangen,
werdet ihr feststellen,
dass man Geld nicht essen kann.“
(Indianerweisheit)

Im Winter wird es in Saskatoon unfassbare 40 Grad minus.
Durch den starken Wind erscheint es einem noch viel kälter.
Zudem dauert der eisige Winter 8 Monate. Nun stellt sich
einem natürlich die Frage, warum es jemanden - und dann noch
zu Beginn der Winterzeit - dorthin zieht. Ich hatte mein Leben
kurz zwischengespeichert und wollte etwas Neues
ausprobieren. Die Gelegenheit, das Nordlicht zu sehen, konnte
ich mir auch nicht entgehen lassen. Zudem hatte mein
langjähriger Freund Manu das Angebot erhalten, an der
dortigen Universität, seine Diplomarbeit zu absolvieren. Als wir
bei strahlendem Sonnenschein und einem leckeren Smoothie im
herrlichen Jericho Beach Park in Vancouver saßen, schien es uns
eine vortreffliche Idee zu sein. Doch nun, als ich Manu dabei
zusehe, wie er unsere wenigen Habseligkeiten in unser Auto
verlädt, kommen mir die ersten Zweifel.
Seine weiße Haut lässt nichts mehr von der Prozedur erahnen,
die er noch vor ein paar Tagen erlitt. Er tankte zu viel Sonne,
bekam einen Sonnenbrand mit schlimmen Verbrennungen und
ertrug es wie ein Mann.
Jammernd.
Leidend.
Sterbend.
Im Anschluss schälte sich seine Haut.
Ich erinnere mich an eine Verletzung, die er sich eines Tages
beim Kochen zufügte. Ein lauter Schrei hallte aus der Küche
nieder und ließ mich aufschrecken.
„Was ist passiert?“, fuhr ich hoch.
„Scheiße“, kam es von ihm und ich sah wie er seine Hand hoch
hielt.
„Was ist passiert?“, fragte ich erneut und sah die kleine
Schnittwunde im Mittelfinger. „Das ist alles?“, entfuhr es mir
wütend, während ich im Schubfach nach dem Pflaster sah.
„Pflaster?“, fragte er ungläubig. „Ich brauche kein Pflaster,
sondern einen Verband. Und wenn es nicht besser wird,
müssen wir ins Krankenhaus fahren und den Arm amputieren
lassen.“
„Gleich den ganzen Arm?“
„Wenn einmal der Wurm drin ist...“
„Jetzt setzt du dich erst einmal und ich kümmere mich um das
Essen.“
Ich bereitete das Essen weiter zu und sah Manu am PC sitzen
und googeln, mit wie viel Blutverlust ein Mensch überleben
könne.
„Nicht, dass du verblutest“, sagte ich und verkniff mir ein
Grinsen.
Manu sah mich käseweiß an. „Mir ist auch schon ein bischen
schwindelig.“
In der Nacht erwachte ich. Sämtliche Lichter in unserer
Wohnung brannten. Ich sah wie er seinen Finger beobachtete.
„Was ist los?“, knurrte ich.
„Ich kontrolliere, ob sich nicht ein roter Strich entlang meiner
Ader bildet.“
Ich sah ihn fragend an.
„Na wegen der Blutvergiftung“, fuhr er fort.
Am nächsten Tag sah sein Arbeitskollege ihn fingerhochhaltend
und völlig übermüdet und fragte: „Was ist denn passiert?“
„Ach, nicht der Rede wert“, entgegnete Manu.

Ich war vergleichbar mit einem kleinen Raritätenladen. Einem
Laden, der nicht viele Kunden herein lässt, und den nur wenige
zu betreten bereit sind, weil er nicht wie andere Läden ist. Ein
Laden, der nicht perfekt ist, der gar nicht perfekt sein will, weil
ihn das Unperfekte zu etwas Besonderen macht. Ein Laden, der
Herzlichkeit und Wärme ausstrahlt, Optimismus und
Fröhlichkeit. Bereit für Neuerscheinungen, mit einem festen
Grundsatz, dass der nächste Tag noch besser sein werde. Ein
Laden, der noch nichts davon spürte, wie das Leben in
Saskatoon alles verändern würde.


Die Website zum zweiten Buch:

http://kanada.ricardachaos.com

Der Link zum ersten Buch bei Amazon:

http://www.amazon.de/gp/product/3839134 ... d_i=301128

Liebe Gruesse

die Ricci
RicardaPeter
 
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Registriert: Mi 12. Mai 2010, 19:22


 

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