Silver Trail im Yukon

Dinge die in keinem Reise-führer zu finden sind

Silver Trail im Yukon

Beitragvon Baumjoe » Mi 21. Okt 2009, 09:45

Hallo,

dann möche ich auch mal meinen besonderen Tipp für Kanada, genauer gesagt den Yukon, geben:

Viele Besucher des Yukons fahren auf ihrem Weg von Whitehorse nach Dwson City und den legendären Goldfeldern am Klondike am Silver Trail vorbei. Auf dem Klondike Highway biegt er bei Stewart Crossing - einer winzigen Ortschaft, wo eine Brücke über den Stewart River, einen der größeren Zuflüsse des Yukon, führt - von diesem ab.

Der Silver Trail ist 116 Kilometer lang und eine Sackgasse, so dass man den gleichen Weg wieder zurück fahren muss. Die ersten 60 Kilometer bis zur Ortschaft Mayo sind relativ langweilig, doch danach wird es spektakulär. Kurz nachdem der Asphalt einer Schotterstraße weicht hat man eine phänomenale Aussicht auf den etwa 2.000 Meter hohen Mount Haldane, der einsam inmitten des McQuesten Tals steht. Er kann auf einem einfachen Weg bestiegen werden und bietet bei gutem Wetter eine klasse Aussicht.

Der Highway führt durch eine tolle Landschaft mit Aussicht auf die Ogilvie Mountains immer höher hinaus. Nach rund 100 Kilometern wird die Geisterstadt Elsa passiert, einst Zentrum des viertgrößten Silberabbaugebietes der Welt. Die Straße wird immer kurviger und erreicht schließlich Keno City. Die "Stadt" mit etwa 25 Einwohnern schmiegt sich in die Berge, hat ein kleines, aber feines Bergbaumuseum, einen Campground, Waschgelegenheiten mit Dusche, Toilette, Wasschmaschinen, Trocknern und eine Pizzeria.

Von hier aus kann man auf den Keno Hill und zum Sign Post, von dem man einen herrlichen Blick auf die Bergwelt hat, auf knapp 2.000 Metern Höhe hoch fahren. Auch einige andere alte Minenstraßen lassen sich mit dem PKW oder dem Truck Camper bis in die alpine Bergwelt befahren werden. Von hier aus kann man weitere Wanderungen unternehmen. Die Gegend ist außerdem ein El Dorado für Mountainbiker. Daneben bieten sich der McQuesten River und der Stewart River für ausgedehnte Kanutouren an.

Hier einige Links:

http://www.kenocity.info/
http://www.yukonweb.com/community/mayo/
http://travelyukon.com/thingstodo/yukon ... silvertr...


Fragen über die Region beantworte ich gerne (soweit ich kann!).


Gruß

Berthold
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Re: Silver Trail im Yukon

Beitragvon Kuma » Mi 21. Okt 2009, 23:25

Hi,

das klingt ja nach Abenteur und atemberaubender Natur. Ich war leider bisher noch nicht in der kanadischen Wildnis. Obwohl Kanada ja zum größten Teil eben aus dieser besteht. Bei meinem nächsten Kanada Aufenthalt möcht dieses versäumnis aber unbedingt nachholen. Vielleicht gehts Richtung Yukon, bin mir da aber noch nicht sicher. Du schreibst die Straße wird zur Schotterpiste. Ist der Weg denn mit einem herkömmlichen PKW zu bewältigen oder sollte ich besser ein SUV oder ähnliches bei der Autovermietung leihen um den Siver Trail abzufahren? Und wieviele Tage sollte ich einplanen; so 3-4, um an einem Tag noch eine Paddeltour machen zu können?

Beste Grüße

Kuma
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Re: Silver Trail im Yukon

Beitragvon Baumjoe » Do 22. Okt 2009, 09:19

Hallo kuma,

oft wenn ich von anderen tollen Regionen im Yukon zu meiner Hütte in Keno City zurück fahre, frage ich mich, warum gerade hier und spätestens hinter Mayo, wenn ich den Wareham Lake und den Mount Haldane sehe, weiß ich wieder warum ...

Die Schotterpiste ist - je nach Wetter - nicht so arg. Wenn man langsam fährt, ist es kein Problem, auch nicht mit einem normalen PKW. Allerdings habe ich gehört bzw. gelesen, dass einige Autovermieter das Befahren von sogenannten gravel roads nicht erlauben. Da müsstest du dich vorher schlau machen.

Drei bis vier Tage ist schon ganz gut für den Silver Trail, mehr natürlich immer möglich. Es gibt auch kürzere Kanutouren, z.B. auf den Hanson Lakes, dem McQuesten Lake, dem Wareham Lake und vor allem dem Mayo River. Letztere dauert etwas sechs Stunden. Der Fluss ist schmal und flach und Stomschnellen.


Gruß

Baumjoe

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Wareham Lake mit Mount Haldane
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Re: Silver Trail im Yukon

Beitragvon Kuma » Do 22. Okt 2009, 21:00

Hallo Baumjoe,

cooles Pic ! Auf eine 2-3 tägige Paddeltour mit dem Kanu einen Fluß hinunter hätte ich tierisch Bock. Bisher war ich nur auf einheimischen Flüssen wie dem Regen, der Naab und der Lahn unterwegs. Da sind die Flüsse in Kanada bestimmt ein ganz anderes Kalieber. Aber man will sich ja steigern. Gibt es entlang der von dir genannten Flüsse Mc Quester River und Stewart River die Möglichkeit zu Zelten? Oder findet man günstige Unterkünfte?
Das mit dem Mietwagen hab ich mir schon fast gedacht, aber man muss denen ja nicht alles erzählen :)

Schönen Abend
Kuma
 
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Re: Silver Trail im Yukon

Beitragvon Baumjoe » Fr 23. Okt 2009, 08:25

Hey kuma,

die Lahn habe ich vor zig Jahren auch mal gemacht, aber sonst paddele ich fast nur noch in Kanada oder Alaska. Für eine 3-4-tägige Tour - bzw. 20-25 Stunden paddeln - würde ich den South McQuesten empfehlen. Ein schöner Kleinfluss, meist nur 5-10 Meter breit, der durch die Landschaft mäandert. Hier und da muss man schon mal genau gucken, wo man hinpaddelt bzw. wie man um die Kurven fährt, aber Stromschnellen würde ich das noch nicht nennen. Er ist über eine 25 Kilometer lange Schotterstraße ereichbar, die vor Elsa vom Silver Trail abzweigt und der Ausstieg ist bei der Brücke des Klondike Highways. Wenn man eine länger Tour machen will, kann man aber auch weiter paddeln. Nicht weit hinter der Brücke führt der McQuesten in den Stewart River, der wiederum in den Yukon mündet, so dass man bis Dawson City paddeln kann.

Die "normale" Tour auf dem Stewart River ist da schon ein etwas anders Kaliber. Vom McQuesten Lake - über eine 32 Kilometer lange Schotterstraße hinter Elsa erreichbar - geht es über diverse, kleine, namenlose Seen und Bäche mit 3-5 Umtragestellen zu den Clark und Scougale Lakes, dann über den Scougale Creek in den Beaver River, der in den Stewart mündet. Auf dem Stewart gibt es den Seven Mile Canyon, die 5 (Wildwasser Klasse II) und 3 Mile(WW III) Rapids und schließlich die Fraser Falls (WW V-VI), wo man genau aufpassen und - zumindest bei den Fällen - umtragen muss. Insgesamt sind es rund 300 Kilometer bis Mayo, für die etwa 10-14 Tage veranschlagt werden müssen. Eine Tour abseits der üblichen Kanurouten, bei der man schon viel Pech (oder Glück, je nach Situation ;) ) haben muss, um auf andere Kanuten zu treffen.

Zu beiden Touren gibt es einen Flussführer aus dem L. Allgeyer Verlag (http://www.kanuverlag.de/McQuesten_Rive ... river.html) an dem ich auch ein bisschen mitgeschrieben habe :oops: .


Gruß

Baumjoe

PS. Plätze zum Zelten gibt es bei beiden Touren satt und genug!

McQuesten River Kanuspitze auf Fluss 1999.jpg
McQuesten River
McQuesten River Kanuspitze auf Fluss 1999.jpg (91.16 KiB) 1062-mal betrachtet


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Namenloser See nach erster Umtragestelle
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